GEW Brandenburg setzt Absenkung der Arbeitszeit für Lehrkräfte durch !

Nach einer schwierigen und langen Verhandlungsrunde am 1./2. Juli 2014 wurde zwischen der GEW Brandenburg und der Landesregierung im Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Weiterentwicklung des TV Umbau eine Einigung erzielt. Das Verhandlungsergebnis ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte im Schulbereich und zur Lösung der demografischen Probleme in den Landesverwaltungen.
Die wichtigsten Verhandlungsergebnisse für den Schulbereich im Überblick:


1. Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte
Ab dem Schuljahr 2015 /16 wird die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung auch für Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, Gesamt-, Förder- und berufliche Schulen und ZBW um eine Unterrichtsstunde abgesenkt. Damit konnte durch die GEW Brandenburg durchgesetzt werden, dass für alle Lehrerinnen und Lehrer die Pflichtstundenzahl im Land Brandenburg um eine Pflichtstunde abgesenkt wird. In Umsetzung der Pflichtstundenreduzierung für die genannten Schulformen müssen zusätzlich über 300 junge Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Damit werden für weitere junge Lehrkräfte berufliche Perspektiven im Land Brandenburg eröffnet.


2. Wichtige Bestandteile des TV – Umbau gelten auch nach Auslaufen des Tarifvertrages fort
Nach Auslaufen des TV – Umbau Ende 2015 gelten wichtige Regelungen für die Beschäftigten des Landes fort. Dazu gehören u.a. die Gewährung einer Mobilitätsprämie und das Fortbestehen von Qualifizierungsangeboten.


3. Qualifizierungsoffensive wird fortgesetzt und ist finanziell abgesichert
Die im TV – Umbau vereinbarten Möglichkeiten der Qualifizierung von Beschäftigten des Landes werden fortgesetzt. Dafür werden in den kommenden Jahren pro Jahr 4,6 Mio. Euro durch das Land Brandenburg zur Verfügung gestellt.


4. Verhandlungszusage der Landesregierung
Beide Seiten haben sich darauf verständigt, den Prozess der weiteren Reform der Landesverwaltung und der Kommunal- und Funktionalreform durch konkrete Tarifverhandlungen zu begleiten und auszugestalten. Die GEW Brandenburg wird die neue Landesregierung nach der Landtagswahl zu diesen Verhandlungen auffordern.


5. Übertragung der Verhandlungsergebnisse auf den Bereich der Beamtinnen und Beamten
Die Verhandlungsergebnisse sind auf den Beamtenbereich sinngemäß zu übertragen. Die Landesregierung hat sich verpflichtet, die entsprechenden Gesetzesinitiativen zu ergreifen.


Der Verhandlungsführer der GEW, Günther Fuchs, bewertet das Verhandlungsergebnis als einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Absenkung der Arbeitsbelastungen in den Schulen des Landes Brandenburg.


„Es war die GEW Brandenburg, die die beiden Schritte zur Absenkung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung für die Lehrkräfte in den Verhandlungen durchgesetzt hat. Dieses Ergebnis ist in der Bundesrepublik ohne Beispiel. Wir werden in unserem Ringen um die weitere Absenkung der Arbeitsbelastungen und für die Erhöhung der Attraktivität der Arbeit in den Schulen des Landes Brandenburg nicht nachlassen. Dazu gehören nach unserer Überzeugung Angebote für Altersteilzeitarbeit, lebens- und alternsgerechte Arbeitszeiten und attraktive Einkommen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen.“ erklärte Günther Fuchs nach Abschluss der Verhandlungen.